Donnerstag, 2. Januar 2014
Neue Fragen
So, ich habe als Neujahrsbeschluss einen Schritt weiter auf dem Weg Richtung privater Samenspender gemacht und mich bei einer entsprechenden Webseite angemeldet. Komisches Gefühl. Eine Spende von einer Samenbank ist ein rein technisch-medizinischer Prozess, die Suche nach einem Vater für ein Kind (um nun als Beziehung oder als Elternteam mit einem schwulen Mann) ist eine stark emotionale. Das hier ist nun ein seltsames Mittelding. Tausend Fragen tauchen neu auf: Nach dem HIV- und sonstigen Gesundheitstests, aber auch wie sympathisch mir der Mann sein muss, ob ich ihn in meine Wohnung lassen will/kann/soll (Hotelzimmer? Was für eine Idee! Aber es ist so vieles nahegerückt in dieser verrückten Kinderwunsch-Geschichte, dass auch das noch möglich werden kann.) Ich habe keine Ahnung, welche Kriterien ich anlegen soll: Kein Sex ist klar, HIV-/Hepatitistest ist klar. Spermiogram würde ich vermutlich ohnehin nicht verstehen. Das Kind sollte die Möglichkeit haben schon vor seinem 18. Geburtstag seinen Vater kennenzulernen (zweiter Vorteil neben der besseren Lebensfähigkeit der Spermien.) Etwas zahlen würde ich - aber sonst: Sollen mich Größe, Gewicht, Haar- und Augenfarbe interessieren? Oder der Schulabschluss? Der Beruf? Du musst vom Kind aus denken sagen alle. Aber will ich ein Kind heranziehen, das lieber einen blonden Spender wollte als einen Glatzköpfigen? Lieber einen studierten als einen unstudierten? Was es von mir, vom Spender von sich selbst haben wird bestimmt doch das Lotto der Gene - wo macht man die Grenze beim Züchten von Menschen? Wie weit gehe ich selbst bei meinen "Zucht"plänen?

... comment