Freitag, 7. März 2014
Warten I
Ich habe nichts über meinen Besuch in der Kinderwunschklinik geschrieben, da es ehrlich gesagt auch wenig zu schreiben gab. Es ist alles in Ordnung, für mein Alter sogar geradezu überraschend gut. Ich kann damit rechnen, noch die nächsten fünf Jahre jedes Jahr ein Kind zu bekommen. Wenn es denn mal klappen würde.
Die Eindrücke aus dem Wartezimmer waren eigenartig: Ein heller, lichtdurchfluteter Raum, Kaffeemaschine und Frauen in unterschiedlichen Stadien der Nervenkrise. Nicht erstaunlich, mir ging es ja nicht besser. Trotzdem ein interessanter Gegensatz zu den Internetforen, in denen so liebevoll Daumen gedrückt und Trostumarmungen verteilt werden. Hier fallen die paar Frauen auf, die im Wartezimmer grüßen. Der Rest guckt auf die Hände, blättert mechanisch Zeitschriften durch, klammert sich (falls mitgekommen) an Mann oder Freundin (oder Frau) oder starrt auf das Smartphone. Vermutlich um virtuelle Umarmungen mit der Frau auf der anderen Seite des Wartezimmers auszutauschen. Allerdings: Eine echte Umarmung von einer Leidensgenossin hätte mir in der Anspannung vermutlich noch den Rest gegeben.
Insofern: es leben die Anonyme Kinderlosen!

PS Ach ja, was denken sich eigentlich KiWu-Kliniken dabei, vor allem Elternzeitschriften im Wartebereich auszulegen? Das selbe wie die Suchmaschinen, die wenn man zu oft Kinderwunsch-Seiten googelt auf einmal nur noch Windel- und Kinderwagenwerbungen an den Rand schalten?

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Montag, 3. März 2014
Es klappt nicht so recht mit dem Schreiben hier. Dabei behaupte ich immer, dass Schreiben eigentlich immer geht bei mir. Deshalb drehe ich auch wohl immer durch, wenn es mal nicht geht.
Heute bin ich mit allen Anzeichen einer Depression aufgewacht: Antriebslosigkeit, Trauer, Angstattacken, den bekannten Schmerzen, die sich vom Herz in die Oberarme ziehen. Hatte ich schon lange nicht mehr und es kam auch unerwartet. Natürlich bringt mich der Kinderwunsch, aber auch die berufliche Situation und gerade auch einige andere ungeklärte Gefühle immer wieder an die Grenzen, aber die letzten Wochen ging es damit eigentlich. Aber eben offensichtlich nur eigentlich. Es wird schwerer, sich die Hoffnung zu erarbeiten. Morgen ist der Termin in der Kinderwunschklinik. Es wird wohl erstmal keine Ergebnisse geben, aber ich weiß auch nicht wie ich mit ihnen umgehen würde: schlechte (dass ich mich also doch auf ivf einstellen muss) wären insofern gut, als dass ich dann erstmal bis zum Herbst warten muss. Zeit, Kraft zusammeln. Es wäre in sofern eine Katastrophe, als dass ich vor allem aus neuen Versuchen die Hoffnung ziehe, die ich brauche, um alles andere zu schaffen.
Ein Gefühl wird immer stärker: Wenn der Kinderwunsch so viel Kraft frisst, braucht man mindestens die neun Monate Schwangerschaft um sich für das zu erholen, was wohl als nächstes kommt. Denn die nächsten zwanzig Jahre haben es ja auch in sich.

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Sonntag, 23. Februar 2014
Nun doch
Nun habe ich doch einen Termin in einer Kinderwunschklinik. Nachdem ich mich so darum gedrückt habe, schien es nach einigen Telefonaten rund um die Frage nach den Schilddrüsenwerten doch die beste Lösung. Die Geschichte ins Kurzfassung: Nachdem mir die Sprechstundenhilfe erklärte hatte, dass schwanger werden und bleiben problematisch sein könnte, versuchte ich die Ärztin zu sprechen. Die hatte noch nie davon gehört, dass ein TSH-Wert von 2,8 da schwierig sein könne oder auch nur noch mal überprüft werden solle. Ich solle aufhören zu googlen. Hatte ich bisher nicht gemacht (wollte auch die Sprechstundenhilfe nicht verpetzten), ging nun nach hause und googelte. Das Internet gab der Sprechstundenhilfe Recht. Meine Frauenärztin hatte dann auch schon davon gehört, aber keine Ahnung, was man machen könne. Der Internist, auf den sie mich verwies, meinte wieder, alles sei ok, aber ich könne ja mal zum Endokrinologen gehen. Der nächste Termin Endokrinologen ist im Juni. Die Kinderwunschklinik hat einen in zwei Wochen. Bis dahin google ich.

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