Dienstag, 7. Januar 2014
Hilfe - oder auch nicht
So, langsam komme ich mit meiner Spenderwahl weiter, aber ehrlich gesagt liegt mir heute etwas anderes noch näher. Ich habe versucht, mir therapeutische Hilfe für die doch offensichtlich immer schwieriger werdende Kinderwunsch-Zeit zu holen. Sollte möglich sein, dachte ich. FreundInnen und Familie sind zwar für mich da, aber ich möchte sie auch nicht überlasten und es wäre schön jemanden zu haben, der meinen Ängsten und meiner Trauer etwas professioneller begegnet als die, die mich lieben und doch (oder gerade deshalb) so hilflos sind, wenn sie mich traurig und verzweifelt erleben. Dachte ich. Leider sah die Realität anders aus. Denn: Ich habe ein Problem. Ich suche therapeutische Unterstützung. Also muss ich meinen Kinderwunsch zurückstellen, bis ich das Problem gelöst habe, denn wer ein Problem hat, sollte kein Kind bekommen. Ich stelle also meinen Kinderwunsch solange zurück, mache keine Versuche ein Kind zu bekommen, bis sich mein Kinderwunsch gelöst hat - laut biologischer Uhr spätestens in zehn Jahren. Blöd nur, dass ich jetzt um therapeutische Unterstützung zu bekommen, noch ein paar andere Probleme produzieren muss, da ja Kinderwunsch nicht das therapierbare Probleme sein kann. Denn das muss ich ja zurückstellen, bis ich meine anderen, bisher nicht existenten Probleme bewältigt habe.
Irgendwie passt das auch zu der ärztlichen Meinung, die ich neulich hören musste, dass in vielen Fällen abwartendes Verhalten oft erfolgreicher ist als langwierige Kinderwunschbehandlungen. Bei einem Arzt, der genau weiß, dass ich Single bin, stellt sich unweigerlich die Frage, ob er irgendwann gelernt hat, wo die Kinder herkommen.
Achja, Deutschland hat ein demographisches Problem. Ich auch. Kann man das vielleicht mal therapieren?

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Donnerstag, 2. Januar 2014
Neue Fragen
So, ich habe als Neujahrsbeschluss einen Schritt weiter auf dem Weg Richtung privater Samenspender gemacht und mich bei einer entsprechenden Webseite angemeldet. Komisches Gefühl. Eine Spende von einer Samenbank ist ein rein technisch-medizinischer Prozess, die Suche nach einem Vater für ein Kind (um nun als Beziehung oder als Elternteam mit einem schwulen Mann) ist eine stark emotionale. Das hier ist nun ein seltsames Mittelding. Tausend Fragen tauchen neu auf: Nach dem HIV- und sonstigen Gesundheitstests, aber auch wie sympathisch mir der Mann sein muss, ob ich ihn in meine Wohnung lassen will/kann/soll (Hotelzimmer? Was für eine Idee! Aber es ist so vieles nahegerückt in dieser verrückten Kinderwunsch-Geschichte, dass auch das noch möglich werden kann.) Ich habe keine Ahnung, welche Kriterien ich anlegen soll: Kein Sex ist klar, HIV-/Hepatitistest ist klar. Spermiogram würde ich vermutlich ohnehin nicht verstehen. Das Kind sollte die Möglichkeit haben schon vor seinem 18. Geburtstag seinen Vater kennenzulernen (zweiter Vorteil neben der besseren Lebensfähigkeit der Spermien.) Etwas zahlen würde ich - aber sonst: Sollen mich Größe, Gewicht, Haar- und Augenfarbe interessieren? Oder der Schulabschluss? Der Beruf? Du musst vom Kind aus denken sagen alle. Aber will ich ein Kind heranziehen, das lieber einen blonden Spender wollte als einen Glatzköpfigen? Lieber einen studierten als einen unstudierten? Was es von mir, vom Spender von sich selbst haben wird bestimmt doch das Lotto der Gene - wo macht man die Grenze beim Züchten von Menschen? Wie weit gehe ich selbst bei meinen "Zucht"plänen?

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Sonntag, 29. Dezember 2013
Sucht nach Hoffnung
Ok, mal sehen, wie lange ich diesen Blog durchhalte.Seit ich mich selbst mit dem Thema Kinderwunsch als Single beschäftige und besonders, seit ich versuche ihn umzusetzen, lese gerne Blogs von anderen Frauen, die sich damit beschäftigen. (Männer habe ich da noch nicht getroffen, bin für Tipps aber dankbar). Viele dieser Blogs beginnen damit, dass eine Frau nach (mehr oder weniger langen) Versuchen endlich ein Kind bekommt und sie nun den Blog mit Geschichten aus ihrem Single-mit-Kind-Leben füllt. Das macht einerseits Hoffnung, andererseits fühle ich mich nach sechs ergebnislosen Inseminationen dann oft erst recht ziemlich alleine. Ich weiß, dass es auch vielen anderen so geht, aber interessanter Weise fühlen wir uns alle alleine, egal wie viele wir sind. Denn es gibt eben immer auch die, bei denen es schneller geht.
Nun stehen fürs neue Jahr neue Entscheidungen, neue Wege oder auch Nicht-Wege an: Der noch technischere (Invitro), der angesichts meines Alters vielleicht der vernünftigste wäre, aber nicht angesichts meines Geldbeutels. Der am wenigsten technische über die Bechermethode mit einem Spender, der zwar der preisgünstigste ist und im Timing nicht so irrsinnig genau sein muss wie die Insemination (Frisch-Sperma ist im Körper länger haltbar als Tiefkühl-Sperma - brrrr...wollte das jetzt echt jemand wissen?). Gegen Argument: Noch ist kein Spender in Sicht. Und der dritte Weg: der Abschied vom Kinderwunsch. Schwer auch nur zu denken, solange auch noch andere Wege da sind, da sein könnten. Noch suche ich die Hoffnung und noch bin ich süchtig nach ihr, nach dem immer-wieder-denken: diesmal klappts.
Vielleicht wird dies ja auch ein Blog, der bald von Schwangerschaft und Muttersein als Single berichtet. Noch ist die Hoffnung da.

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